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Roadtrip nach Kalifornien

July 18th, 2009 Frieder 2 comments

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Letzten Sonntag gegen 1 Uhr nachts bin ich nach dreitägiger Fahrt durch acht US-Staaten gut an meinem Ziel in Palo Alto bzw. Mountain View angekommen. Die letzten Stunden nach dem Überqueren der Grenze von Nevada nach Kalifornien kamen mir ungefähr so lang vor wie der ganze Rest davor und ich war echt froh als ich endlich da war. Trotzdem hat sich die Reise wirklich gelohnt, ich habe während der Fahrt knapp 400 Fotos von eindrucksvollen und sehr unterschiedlichen Landschaften machen können!

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Los ging es also am späten Donnerstagvormittag in Madison, Wisconsin, wo ich die letzten zwei Wochen bei Moritz untergekommen bin. Gegen 13 Uhr habe ich die Grenze nach Iowa überquert und kurze Zeit später bin ich auf die Interstate 80 aufgefahren, die mich (mit Ausnahme des Abstechers nach Denver) durchgehend über ca. 1900 Meilen bis nach San Francisco geführt hat. Der erste Teil der Fahrt bot landschaftlich wie erwartet nicht allzuviel, die Staaten Iowa, Nebraska und der Süden von Wyoming sind größtenteils sehr flach und dünn besiedelt. Wyoming ist sogar der Staat mit der geringsten Bevölkerungszahl und (nach Alaska) der geringsten Bevölkerungsdichte der gesamten USA: 533.000 Einwohner auf etwa 70% der Fläche Deutschlands!

Am ersten Tag gab es also hauptsächlich landwirtschaftliche Betriebe, Viehherden, Getreide- und Maisfelder links und rechts der Straße zu sehen. Übernachtet habe ich dann – wie geplant – in einem Motel (Oak Tree Inn) in North Platte, Nebraska, das überraschend teuer war ($65). Dafür gab es am nächsten Morgen wenigstens ein Frühstück und der zweite Tag mit dem Höhepunkt Denver konnte beginnen.

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Denver Downtown

05-denver-towerGegen 11:30 Uhr erreichte ich die Grenze zu Colorado und die Landschaft wandelte sich schlagartig: Wo vorher grüne Weidewiesen waren waren nun nur noch dünn bewachsene leicht vertrocknete Grasflächen, die sich in gelb-bräunlicher Farbe bis zum Horizont hinzogen. Auch wurde das Gelände merklich hügeliger.

Um ca. 14:30 Uhr kam ich dann in Denver an und nahm in der 16th Street Mall mein verspätetes Mittagessen ein. Die 16th Street Mall ist eine etwa zwei Kilometer lange Einkaufsstraße mitten in Denver, in der es die verschiedensten Geschäfte gibt. Frisch gestärkt verließ ich Denver wieder Richtung Nord-Westen, wo ich dann ein Stück auf einer gut ausgebauten Überlandstraße statt der Interstate gefahren bin, was mit einer deutlich schöneren Aussicht beloht wurde. Auf dieser Straße überquerte ich dann auch gegen halb sieben die Grenze zu Wyoming.

Eigentlich war geplant nach dem zweiten Tag in Salt Lake City zu übernachten, doch weil es schon ziemlich dunkel wurde und ich sowieso halten musste um zu tanken entschloss ich mich in Evanston, Wyoming zu rasten. Evanston ist kurz vor der Grenze zu Utah und nach Salt Lake City waren es am nächsten Tag dann noch etwa zwei Stunden.

07-utah02Der erste Teil von Utah war sehr bergig und hatte tolle Motive zu bieten. Um 13 Uhr bin ich in Salt Lake City angekommen und nach kurzer Essenspause ging es weiter Richtung Westen am Great Salt Lake vorbei. Dann folgte ein Straßenabschnitt, der ca. 42 Meilen (68 km) absolut eben und ohne die kleinste Kurve nur geradeaus ging!

08-utah-street02Rechts und links der Straße nur weiße Flächen, die wie Schnee aussahen, so weit das Auge reicht, was aber aufgrund der Außentemperatur (und Innentemperatur, da die Klimaanlage nicht funktioniert ;) ) von 35 °C kaum sein konnte. Bei dem weißen Belag handelt es sich um eine dicke Schicht von Salzkristallen!

Dass man bei einer so abwechslungslosen Landschaft besser nicht übermüdet fahren sollte sollte klar sein, zur Sicherheit wird aber noch mal darauf hingewiesen. ;)

09-utah-street-signAuf diesen Ebenen (den Bonneville Salt Flats) wurde auch der Geschwindigkeitsrekord an Land aufgestellt.

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Um kurz vor 16 Uhr erreichte ich Wendover und damit die Grenze zu Nevada. Das Gelände wurde hier wieder viel bergiger und Ortschaften gab es kaum welche. Zum zweiten Mal musste ich die Uhr um eine Stunde zurückstellen (die erste Zeitumstellung war im Westen von Nebraska).

11-nevadaJe weiter ich nach Westen kam um so mehr verfinsterte sich der Himmel, es wurde extrem windig und es gab sogar einen kleinen Sandsturm.

11-nevada-sand-stormErst kurz nach 21 Uhr überquerte ich schließlich die Grenze zu Kalifornien und da es langsam dunkel wurde gibt es leider keine Bilder mehr vom letzten Teil der Fahrt. Die Wolkengrenze zum wolkenlosen Himmel markiert auch ungefähr die Grenze zu Kalifornien ;)

12-near-californiaWeit nach Mitternacht bin ich in Mountain View bei Prashanth (meinem Chef) angekommen und konnte die erste Nacht bei ihm auf dem Sofa schlafen. Am Sonntagnachmittag war ich dann das erste Mal im Büro und habe die anderen Mitarbeiter kennengelernt, die sind alle wirklich super cool drauf! Abends habe ich dann auch gleich ein Zimmer in Redwood City gefunden, das relativ günstig war.

Rückblickend gesehen hat wirklich alles perfekt geklappt, ich hätte es mir besser nicht vorstellen können! Und die Gegend hier ist auch der Wahnsinn! Mehr Bilder gibt es so bald wie möglich!

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Letzte Woche Kettering – Krank – Fahrt nach Madison

June 23rd, 2009 Frieder 3 comments

Letzten Mittwoch/Donnerstag bin ich – natürlich pünktlich zum Ende vom Semester – richtig heftig krank geworden. Das war vor allem deswegen sehr ärgerlich, weil ich noch einige Projekte hätte fertig machen müssen, zu denen ich jetzt größtenteils nicht mehr gekommen bin. Am Mittwochabend habe ich mich schon sehr abgeschlagen gefühlt und Donnerstagmorgen hatte ich dann eine echt üble Mandelentzündung. Nachmittags bin ich zur Krankenabteilung an der Kettering University, doch leider war kein Arzt mehr da. Freitagmorgen bin ich dann wieder hin und habe “Amoxicillin”-Antibiotika bekommen. Nachdem es dann am Samstag noch viel schlimmer wurde bin ich ins McLaren Hospital, wo mir dann ein anderes Antibiotika (“Cefuroxim”) verschrieben wurde. Das hat dann zum Glück gewirkt und am Sonntag habe ich mich schon etwas besser gefühlt.

Am Montag musste ich dann auch noch etwas unfreiwillig aus der Campus Village ausziehen und ich war sehr froh, dass ich für zwei Tage ein Zimmer in einer Wohnung in dem direkt an das Universitätsgelände grenzende Wohngebiet gefunden habe. Dort kann ich bis morgen für $13 pro Nacht bleiben.

Morgen Vormittag werde ich mich mit dem Auto auf die ca. siebenstündige Fahrt von Flint nach Madison, Wisconsin machen, dort kann ich für die nächsten Tage bei Moritz wohnen! Danke Moritz :) Dann habe ich noch bis höchstens 10. Juli Zeit ein Praktikum zu finden, ansonsten kann mein Austauschprogramm nicht verlängert werden und darf danach noch max. 30 Tagen in den USA bleiben! Ein Praktikum zu finden ist momentan extrem schwierig, von den 40 deutschen Austauschstudenten haben soweit ich weiß nur drei ein Praktikum gefunden – und das über Beziehungen…

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